Die Entstehung psychischer Störungen ist immer multifaktoriell bedingt und umfasst biologische, psychologische und soziale Komponenten (Bio-Psycho-Soziales Modell).
Zu den häufigsten Ursachen einer Depression zählen:
- Genetische Veranlagung
- Hormonelle und saisonale Einflüsse
- Chronischer Stress
- Belastende Lebensereignisse
- Mangelnde soziale Einbindung bzw. Einsamkeit
- Gedrückte Stimmung
- Antriebslosigkeit oder Agitiertheit
- Verminderung von Freude und Interesse
- Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
- Vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
- Veränderungen der Schlafdauer
- Veränderung des Appetits
- Libidoverlust
Die Diagnose einer Depression beginnt mit einer ausführlichen Anamnese, bei der die Patient*innen zu den Symptomen befragt werden. Gegebenenfalls kann auch die Einschätzung von Personen aus dem Umfeld der Betroffenen eingeholt werden. Körperliche Untersuchungen und Laborbefunde dienen dem Ausschluss somatischer Ursachen, die ähnliche Symptome hervorrufen können. Zur Einschätzung des Schweregrades der Depression werden häufig standardisierte Fragebögen (BDI II, HAMD) eingesetzt.
Die Behandlung von Depressionen umfasst in erster Linie eine Psychotherapie, die bei einer schweren Ausprägung der Symptomatik durch eine medikamentöse Behandlung mit Antidepressiva ergänzt werden kann. Im Rahmen der Therapie werden dysfunktionale Verhaltens- und Denkmuster, die zur Entstehung und Aufrechterhaltung der Depression beitragen, aufgedeckt und schrittweise verändert. Eine gute Selbstfürsorge, einschließlich gesunder Ernährung, ausreichender Bewegung und Schlaf, kann ebenfalls die Behandlung von Depressionen unterstützen.
Je nach Schweregrad der Depression kann eine Behandlung auf unserer Akutstation G01 oder unseren Regelbehandlungsstationen G02 oder B11 erfolgen. Patient*innen aus der Psychiatrischen Institutsambulanz können bei Kapazität und persönlicher Zustimmung auch ambulant an Gruppenangeboten teilnehmen. Neben unseren Gruppen- und Einzeltherapien, Visiten und Reflexionszeiten, können unsere Patient*innen bei ausreichender Stabilität im Vitaleffekt am Gerätetraining und auch an Aquafitnesskursen teilnehmen. Da seelische und körperliche Gesundheit Hand in Hand gehen, verfolgen wir einen ganzheitlichen Therapieansatz und freuen uns, diesen in einem somatischen Haus verwirklichen zu können.