Friedrich-Ebert-Krankenhaus Neumünster GmbH
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Neues Operationsverfahren am FEK senkt den Blutdruck bei Patienten mit behandlungsresistentem Bluthochdruck

Viele Patienten haben als Haupt- oder Nebenerkrankung einen Bluthochdruck (=arterielle Hypertonie). Der Bluthochdruck macht nicht nur vielfältige Beschwerden, sondern beschleunigt auch das Auftreten eines Herzinfarktes, eines Schlaganfalls und weiterer Erkrankungen des Herzkreislaufssystems und der Nieren. 

Das Standardvorgehen zur Behandlung eines Bluthochdrucks ist die Veränderung des Lebensstils und eine medikamentöse blutdrucksenkende Behandlung. Zahlreiche Patienten haben auch nach Gabe von mindestens 3 verschiedenen blutdrucksenkenden Medikamenten weiterhin deutlich erhöhte Blutdruckwerte. Für diese Patienten mit einem therapieresistenten Bluthochdruck wurden in den letzten Jahren verschiedene nicht-medikamentöse Therapien entwickelt, damit auch sie normale Blutdruckwerte erreichen und damit ihr Risiko für eine Herz-Kreislauferkrankung verringern. 

Die Kardiologien um Professor Andreas Schuchert und die Gefäßchirurgen um den Leitenden Arzt Alexander Selch setzten am Friedrich-Ebert-Krankenhaus erstmals in Norddeutschland ein neues Operationsverfahren ein, um den Blutdruck langfristig zu senken. Bei der sogenannten Barorezeptoraktivierung wird operativ eine spezielle Elektrode im Bereich des Karotissinus im Halsbereich aufgenäht. Die Sonde wird an einen implantierten modifizierten Herzschrittmacher - Stimulator genannt – angeschlossen, der auf dem rechten Brustmuskel implantiert wird. Der Stimulator gibt über die Sonde permanent kleine Stromimpulse ab, die die Barorezeptoren stimulieren und dadurch den arteriellen Blutdruck langfristig um ca. 20 bis 30 mmHg verringern können. 

Die erste Implantation bei einer 82jährigen Patientin erfolgte 27. Februar 2013 durch Alexander Selch und OA Dr. Jentzen. Die Patientin hatte trotz verschiedener Medikamente weiterhin erhebliche Beschwerden infolge ihres deutlich erhöhten Blutdrucks. Der Eingriff verlief komplikationslos. Bereits bei der Testung im Operationssaal ließ sich der Blutdruck auf normale Werte verringern. Die Patientin wurde nach 2 Tagen sehr zufrieden das FEK entlassen. Das Gerät wurde nach einer Einheilungsphase von etwa 2 Wochen aktiviert. Die Patientin stellt sich nun zu weiteren Nachuntersuchungen im FEK vor.

Das Ziel dieses operativen Eingriffs ist, dass auch Patienten mit einem erhöhten Bluthochdruck von 160 mmHg und höher normale Blutdruckwerte erreichen, um damit deren Beschwerden zu beseitigen und nicht um die Anzahl Medikamente zu verringern“ erklärte der Kardiologe und Hypertensiologe Professor Schuchert. „Eine solche Operation ist nur mit einem hervorragenden Team aus Kardiologen und Gefäßchirurgen möglich, die wie am FEK  sehr eng zusammenarbeiten.“