Friedrich-Ebert-Krankenhaus Neumünster GmbH
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Moderner Hybrid OP - Erfolgreiche Ärztefortbildung

Die Gefäßplastik überbrückt das erkrankte Gefäß. Am Monitor sieht man deutlich, wie die Plastik später im Gefäß liegen wird. Foto unten: Interessiert beobachten die Teilnehmer der Fortbildung die OP

Für Günter K. (Name geändert) war die Diagnose ein heftiger Schlag: Seine Bauchschlagader hatte sich über Jahre wie ein Ballon ausgedehnt. Die Gefäßwände sind massiv gedehnt und brüchig, eine tickende Zeitbombe, da so geschädigte Gefäße jederzeit aufreißen und lebensbedrohliche Blutungen auslösen können.

Noch vor einigen Jahren wäre bei einem solchen so genannten Aneurysma ein stundenlanger operativer Eingriff für den Patienten eine große Belastung gewesen. Am FEK Neumünster mit seinem modernen Hybrid OP geht die Behandlung solcher Erkrankungen heutzutage viel schonender vonstatten. Damit gilt die Neumünsteraner Klinik in Schleswig-Holstein als richtungsweisend.

Fachärzte aus ganz Deutschland folgten unlängst einer Einladung der Radiologie und Gefäßchirurgie des Friedrich-Ebert-Krankenhauses zu einer zweitägigen Fortbildung. Thematisch ging es hierbei ganz speziell um die moderne Therapie bei so schweren Gefäßkrankheiten wie Aneurysmen der Schlagadern, wie sie auch der Patient Günter K. hat. Herz- und Gefäßkrankheiten stehen an erster Stelle der Todesursachen in Deutschland - insbesondere Herzinfarkt und Schlaganfall, sind dabei zu nennen, aber auch Gefäßkrankheiten wie das so genannte Aneurysma.

„Früher musste man, um ein Aneurysma im Bauchraum zu operieren, einen großen Schnitt machen. Eine solche OP dauerte Stunden und die Patienten lagen hinterher wochenlang auf der Intensivstation“, berichtet Gefäßchirurg Alexander Selch. Im Hybrid OP des FEK wird ein in Schleswig-Holstein modellhaftes Verfahren angewendet, das für den Patienten viel schonender ist. Die Teilnehmer des Workshops hatten am ersten Tag der Fortbildung Gelegenheit, die Verfahren in der Theorie kennen zu lernen und ausführlich zu besprechen.   Interessante Vorträge von Prof. Thomas Jahnke, Chef der Radiologie und seinem Mitarbeiter Lars Kahden gaben den Teilnehmern einen guten Überblick, über die im FEK verwendeten Techniken und Verfahren Am Modell konnten sie dann auch selbst probieren, wie die Gefäßprothesen verwendet werden.

Am zweiten Tag ging es darum, sich anhand von mehreren echten Patienten einen direkten Eindruck im modernen Hybrid-OP zu verschaffen. Eine Operation, die durchgeführt wurde, war die Versorgung des Aneurysma von Günter K. Anstatt wie früher üblich, einen großen Schnitt über die gesamte Bauchdecke zu setzen, führten die Ärzte im Hybrid OP lediglich dünne Katheter über die Leistenarterien ein. Durch diese Katheter wurde dann im Verlauf der OP eine Gefäßplastik (Stent) bis zum erkrankten Gefäß vorgeschoben und dort verankert. Die ganze OP dauerte nicht einmal zwei Stunden. Statt einer riesigen OP-Wunde hat er lediglich zwei Einstiche in der Leistenbeuge, dort wo die Katheter eingeführt wurden. „Dieses Verfahren ist für den Patienten viel schonender. Er muss nicht mehr wie früher üblich, wochenlang auf Intensiv liegen, in aller Regel kann er nach 48 Stunden schon wieder aufstehen“, so Alexander Selch gegenüber den interessierten Kollegen aus ganz Deutschland.