Friedrich-Ebert-Krankenhaus Neumünster GmbH
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Jeder Dritte hat eine kranke Schilddrüse. Und Sie?

Oberarzt Dr. Ingo Schmalbach demonstriert eine Schilddrüsensonographie

Im Rahmen der deutschlandweiten Schilddrüsenwoche führt die Chirurgische Klinik des FEK mehrere Veranstaltungen durch

Jeder dritte Erwachsene in Deutschland hat Veränderungen an der Schilddrüse — oft ohne es zu wissen! Dies zeigt eine Untersuchung der Schilddrüsen-Initiative Papillon mit knapp 100.000 Teilnehmern. Am häufigsten unter den Schilddrüsenerkrankungen ist eine Vergrößerung, eine sogenannte Struma, im Volksmund als Kropf bekannt. Wird ein Kropf nicht rechtzeitig entdeckt, kann eine Operation nötig werden. In Deutschland ist dies jedes Jahr rund 80.000-90.000-mal der Fall

Sollte eine Operation der Schilddrüse notwendig sein, sollte diese durch ein erfahrenes Team in einem Schilddrüsenzentrum durchgeführt werden. Denn eine solche Operation ist nicht risikolos. So können in bis zu 4-6 % der Fälle die Stimmbandnerven geschädigt werden, wobei in bis zu 80% dieser Fälle der Schaden vorübergehend ist. Auch Nachblutungen und Störungen des Calcium Stoffwechsels können vorkommen. In Deutschland werden laut einer aktuellen Erhebung im Vergleich zu anderen Ländern wie Großbritannien oder den USA prozentual deutlich mehr Schilddrüsenoperationen durchgeführt. Dies könnte neben einem häufigeren Auftreten von Schilddrüsenknoten auch an einer ineffektiven medikamentösen Behandlung (z.B. bei zu später Entdeckung von Knoten) und/oder einer immer stärker werdenden „Tumor-Angst“ begründet sein, da häufig ein Schilddrüsenknoten mit einem bösartigen Tumor assoziiert wird.

Am FEK in Neumünster werden derzeit ca. 120 Schilddrüsen-Operationen pro Jahr durchgeführt, sowohl bei gut- als auch bösartigen Befunden. Im Rahmen der verschiedenen Sprechstunden (Chirurgie, Praxis für Nuklearmedizin, Innere Medizin) werden vorher alle diagnostischen Schritte durchgeführt oder bewertet und im Anschluss gemeinsam mit dem Patienten eine operative versus nicht-operative Therapie abgewogen und besprochen. Im Falle einer OP ist ein zweinächtlicher stationärer Aufenthalt nötig einschließlich einer Übernachtung auf der Überwachungsstation. Die Operation dauert je nach Ausmaß 1,5-3 Stunden und muss in Vollnarkose erfolgen.

So klein die Schilddrüse auch ist, so hat sie doch großen Einfluss: sie produziert Hormone, die den Stoffwechsel steuern. „Diese Hormone spielen zudem eine wichtige Rolle für Wachstum und die Entwicklung des Körpers sowie für das seelische Gleichgewicht“ berichtet Ingo Lukas Schmalbach, Oberarzt am Friedrich-Ebert-Krankenhaus. Sein Tipp: „Nehmen Sie die Gesundheit Ihrer Schilddrüse selbst in die Hand.“ Um über die Bedeutung der Schilddrüse aufzuklären und über Vorsorge, Diagnose und die Besonderheiten der Therapie zu informieren, organisiert die Schilddrüsen-Initiative Papillon in regelmäßigen Abständen eine bundesweite Gesundheitswoche. Dieses Jahr findet die Schilddrüsenwoche vom 8. - 12. Mai 2017 in über 7.000 Arztpraxen und auch im FEK statt. Das  FEK möchte über kostenfreie, unverbindliche Ultraschalluntersuchungen und Informationen zum Thema Schilddrüse und Schilddrüsenoperationen informieren.

Im Rahmen der Schilddrüsenwoche 2017 bietet die Klinik für Chirurgie im  FEK zu folgenden Terminen kostenlose Informationen, Beratungen und Ultraschalluntersuchungen an:

Dienstag, 09.05.2017, 16:00 – 19:00 Uhr und Donnerstag, 11.05.2017, 10:00 – 13:00 Uhr sowie am Dienstag, 09.05.2017 um 15.00 Uhr einen Vortrag zum Thema Schilddrüsenoperation und - behandlungsmöglichkeiten. Der Vortrag findet in den Konferenzräumen der Cafeteria statt. Die Ultraschalluntersuchungen finden im Haupthaus in der 2. Ebene in der Allgemeinchirurgischen Sprechstunde statt. Das FEK bittet um Verständnis, dass die Untersuchungszahlen begrenzt sind und eine Voranmeldung nicht möglich ist.

vom 03. Mai 2017