Friedrich-Ebert-Krankenhaus Neumünster GmbH
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24534 Neumünster

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Das Cardiac Arrest Center: Zentrum für Herzstillstand und Wiederbelebung

Prof. Dr. Andreas Schuchert, Dr. Lennart Bartolitius und Holger Brammer am Eingang zum Cardiac Arrest Center

Der außerklinische Herz-Kreislaufstillstand betrifft in Deutschland jährlich etwa 75.000 Menschen. Derzeitig überleben dies lediglich 5.000 Patienten. Der German Resuscitation Council (Deutsche Rat für Wiederbelebung) hat es sich als führende Fachgesellschaft zur Aufgabe gemacht, die Überlebensrate in Deutschland künftig zu verdoppeln. Aus diesem Grund empfiehlt die Fachgesellschaft unter anderem, Patienten nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand in spezialisierten Zentren zu versorgen.

Seit Mai 2017 ist am Friedrich-Ebert-Krankenhaus Neumünster ein Zentrum für Herzstillstand und Wiederbelebung etabliert. Das „Cardiac Arrest Center“ bündelt die interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Fachabteilungen, um die Behandlung von Patienten nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand noch weiter zu verbessern.

Zum einem haben wir die kritische Phase der Postreanimationsbehandlung - v.a. die ersten Stunden nach einem Herz-Kreislaufstillstand - mit festgeschriebenen Algorithmen, die sich an die Leitlinien des German Resuscitation Council (Deutscher Rat für Wiederbelebung) anlehnen, neu strukturiert, um rund um die Uhr den zügigen und koordinierten Ablauf der verschiedenen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen sicherzustellen. Darüber hinaus haben wir bestehende Konzepte, wie die seit Jahren bei uns praktizierte therapeutische Hypothermiebehandlung (Targeted Temperature Management) mit neuen Techniken, wie beispielsweise der hirnstromüberwachten Sedierung mit Narkosegas auf der Intensivstation, kombiniert. Durch eine noch engere Zusammenarbeit mit der Neurologischen Klinik haben wir bei diesen Patienten eine sehr frühzeitige umfassende neurophysiologische  Diagnostik und neurologische Mitbehandlung implementiert. Gemeinsam erzielen wir damit die bestmöglichen Therapieergebnisse und verbessern so das Überleben der Patienten.

Zu unserem Konzept der Postreanimationsbehandlung gehört u.a.:

- rasche, strukturierte Diagnostik zur Ursachenfindung
- zügige und koordinierte Behandlung anhand definierter Algorithmen
- zielgerichtete therapeutische Hypothermiebehandlung
- sichere hirnstromüberwachte, inhalative Sedierung
- erweitertes hämodynamisches Monitoring
- frühe neurophysiologische Funktionsdiagnostik

 

vom 03. Mai 2017