Friedrich-Ebert-Krankenhaus Neumünster GmbH
Friesenstraße 11
24534 Neumünster

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Kontinenzzentrum

Inkontinenz und Senkung sind Tabuthemen. Niemand spricht gerne über den unfreiwilligen Verlust von Urin oder Stuhlgang. Die gute Nachricht ist aber, dass diese Erkrankungen sehr gut und oft auch ohne Operation behandelbar sind.

Wir freuen uns, mit dem nachstehenden Informationsangebot zur Aufklärung beitragen zu können. Wenden Sie sich mit den entsprechenden Fragen gerne an Ihre Frauenärztin/Ihren Frauenarzt.

Sprechstunde für Erkrankungen des weiblichen Beckenbodens, Urogynäkologie und Kontinenz

Viele Frauen leiden an Problemen des Beckenbodens wie beispielsweise Senkungen von Gebärmutter und/oder Scheide, Blasenentleerungsstörungen oder auch unfreiwilligem Urinverlust, der sogenannten Harninkontinenz.

Schwächung des Beckenbodens

Wenn es zu einer Schwächung des Beckenbodens gekommen ist, merken viele Frauen dies zuerst an einer Veränderung der Blasenfunktion. Es kommt zu häufigerem Harndrang, manchmal auch zu Blasenentleerungsstörungen. Typisch ist auch das Auftreten einer Belastungsharninkontinenz. Damit ist ein unwillkürlicher Harnverlust bei körperlicher Aktivität oder auch bei plötzlichem Druckanstieg wie beim Niesen oder auch Lachen gemeint.

Ständig wiederkehrende Blasenentzündungen können ebenfalls durch eine Schwächung des Beckenbodens verursacht sein.

Im Bereich der weiblichen Geschlechtsorgane kann es zu sogenannten Senkungen kommen. Die Muskeln und Bindegewebsstränge, welche die Gebärmutter und die Scheide in ihrer Position halten, geben nach, die Folge ist ein Absinken der Gebärmutter und eine Lageveränderung der umliegenden Organe. Dies kann so ausgeprägt sein, dass schließlich die Gebärmutter mit Scheide komplett aus dem Beckenboden herausrutscht, der sogenannte Gebärmuttervorfall.

Der Darm, insbesondere der Enddarm, liegt direkt hinter den Geschlechtsorganen und passiert ebenfalls den Beckenboden. Funktionsstörungen können somit natürlich auch Auswirkungen auf die Darmfunktion haben. Dies reicht von Verstopfung über häufigeren Stuhlgang, Bauchschmerzen bis hin zum Vorfall des Enddarmes.

Vielfältige Symptome

Die Symptome einer Beckenbodenschwäche sind also vielfältig; es ist eher selten, dass es zu isolierten Beeinträchtigungen eines Organes kommt, meist liegt ein gemischtes Beschwerdebild vor.

Erkrankungen in diesem Bereich des Körpers sind sehr häufig, die Blaseninkontinenz beispielsweise zählt zu einer der häufigsten chronischen Erkrankungen überhaupt. Nach neuesten Schätzungen sind etwa 35 % aller Frauen dauerhaft betroffen, Tendenz steigend.

Spezialsprechstunde

Im Rahmen unserer Spezialsprechstunde (beteiligte Kliniken: Urologie, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Frührehabilitation & Geriatrie, Chirurgie, Gastroenterologie) diagnostizieren und behandeln wir diese Erkrankungen. Nach einem ausführlichen Gespräch erfolgt eine entsprechende Untersuchung mit besonderem Augenmerk auf Ihre individuellen Beschwerden.

Falls eine Urininkontinenz oder andere Blasenfunktionsstörungen vorliegen, führen wir eine spezielle Untersuchung der Harnblase durch, eine sogenannte urodynamische Messung.

Kontaktaufnahme

Die Vorstellung im Kontinenzzentrum erfolgt in der Regel durch die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen der Facharztpraxen in der Klinik des FEK, die die am meisten störenden Beschwerden behandelt:

Urologie: Urininkontinenz, Blasenentleerungsprobleme
Gynäkologie: Senkungsbeschwerden, Vorfall
Allgemeinchirurgie: Stuhlinkontinenz, Stuhlentleerungsprobleme

Zwischen den Kliniken besteht ein intensiver Kontakt, so dass Patienten ggf. weiter vermittelt werden und jeder seinen Spezialisten findet.