Friedrich-Ebert-Krankenhaus Neumünster GmbH
Friesenstraße 11
24534 Neumünster

Tel.: 04321 405-0
Fax: 04321 405-1609

Neurologie

Über 40 Behandlungsplätze stehen auf den Stationen  41 und 43 zur Verfügung. Die therapeutischen Vorgehensweisen orientieren sich an den aktuellen Richtlinien unserer Fachgesellschaften (www.dgn.org). Wir stellen die Akutversorgung neurologisch erkrankter Menschen der Region rund um die Uhr sicher, z. Teil in Kooperation mit umliegenden Universitätskliniken.

Die zahlenmäßig stärksten Diagnosegruppen im Jahr 2013 waren:

  • Schlaganfallerkrankungen
  • Anfallserkrankungen und Epilepsiesyndrome, Schwindel
  • Nervenkompression bei Rücken- und Bandscheibenerkrankungen
  • Entzündliche Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Meningitis
  • Bewegungsstörungen, z. B. Morbus Parkinson
  • Polyneuropathie, Muskelerkrankungen

Für diese Krankheiten und generell zur Abklärung klassisch neurologischer Beschwerden, wie z. B. Schwindel, Gangstörungen, Kopfschmerzen oder Sehstörungen, können alle aussagekräftigen Diagnoseverfahren eingesetzt werden (Ultraschall, Neurophysiologie, Neuroradiologie sowie Liquoranalytik).

Video- und Langzeit-EEG-Untersuchungen sind im Einsatz, um flüchtige Störungen und Beschwerden zu differenzieren. Im Aufbau ist eine Telemetrie-EEG-Einheit (2014). Bereits in 2013 implementierten wir die endoskopische Schluckdiagnostik zur Klärung von Dysphagiebeschwerden.

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Stroke Unit und Intensivmedizin

Bild: Stroke Unit

Auf unserer 2003 in Betrieb genommenen Stroke Unit (Station 40) stehen derzeit fünf Akutbetten zur speziellen Diagnostik und Therapie von Schlaganfallerkrankungen zur Verfügung. Die Spezialstation wurde nach den Richtlinien der DSG (Deutsche Schlaganfall­gesellschaft) als regionale Stroke Unit im Dezember 2011 rezertifiziert. Unsere Ziele sind: rasche umfassende Akut­behandlung, schnellstmöglicher Beginn der frührehabilitativen Therapie.

Dabei unterstützen uns neben vielen geplanten Behandlungsabläufen gemeinsam mit der Pflege eine bewährte enge Kooperation zu den konsiliarisch tätigen Kollegen der Inneren Medizin, Geriatrie, Neurochirurgie und Radiologie sowie die Instrumente der Qualitätssicherung (QugSS II).

Auf diese Weise wird die Schlaganfallspezialbehandlung einschließlich der intra­venösen Lysetherapie und den hirndrucksenkenden Verfahren bei uns umgesetzt, wie sie den Definitionen der Prozedurenkataloge und der Anforderungen der Deutschen Schlaganfallgesellschaft entsprechen (www.dsg-info.de).

Weitergehende Verfahren wie die Akuttherapie des Gefäßverschlusses durch mechanische Rekanalisation setzen wir rund um die Uhr mit umliegenden über­regionalen Versorgern um, z. B. im UKSH und UKE.

Neurologische Intensivmedizin

Für die Behandlung kritisch kranker Patienten mit neurologischen Grunderkrankungen wie Schlaganfall, Hirnblutung, Polyneuritis oder Myasthenie stehen die Behandlungsmöglichkeiten auf der konservativen, zum Teil auch operativen Intensivstation, zur Verfügung. Hier werden gemeinsam mit Neurochirurgen, Internisten und Anästhesisten die einschlägigen Therapieverfahren angeboten und kontrolliert. Seit 2012 bestehen Möglichkeiten zur Immunadsorption, z. B. zur Behandlung immunologischer Krisen bei Enzephalitis, Multipler Sklerose und Polyneuritis.

Es stehen alle neurophysiologischen und neurosonologischen Untersuchungsmethoden von den evozierten Potentialen bis zur Sonografie der Gefäße und des Sehnerven bereit.

Liquoranalysen und mikrobiologische Untersuchungen sind im eigenen Haus rund um die Uhr verfügbar.

Regelmäßige interne Fortbildungen zu diesen Themen, eine umfangreiche Weiter­bildung der Mitarbeiter und eigene Vorträge in der Region für Rettungsdienste, Ärzte sowie Patienten vervollständigen das Engagement in diesen Arbeitsschwerpunkten Schlaganfall und Notfallmedizin.

Nähere Informationen finden Sie in unserem Stroke-Unit-Flyer  (PDF, 132KB).

Ende 2004 wurde außerdem gemeinsam mit anderen Interessierten und nichtärztlichen Therapeuten die Gründung der Neumünsteraner Selbsthilfegruppe Schlaganfall angestoßen und realisiert. Sie trifft sich regelmäßig in den Räumen des FEK.

Hotline der Stroke Unit:
Tel. 04321 405-4141
E-Mail stroke-unit@fek.de

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Neuropsychiatrie und Neuropsychologie

In der Neuropsychiatrie und Neuropsychologie behandeln wir interdisziplinär Menschen mit Hirnschädigungen, die sich mehr oder weniger stark auf den Intellekt und die Psyche auswirken. Verhaltensstörungen, Denkstörungen, Wesensänderungen oder emotionale Störungen, letztlich Funktionseinbußen und der Verlust der Selbstständigkeit sind typische Beispiele.

So liegen Störungen der Sprache, des Gedächtnisses, der Aufmerksamkeit und der Wahrnehmung in einem Grenzbereich von Neurologie und Psychiatrie. Damit widmen sich Neuropsychiatrie und Neuropsychologie insbesondere den dementiellen Erkrankungen und andersartigen Gedächtnisstörungen, z. B. bei Menschen in fortgeschrittenem Lebensalter. Weitere Beispiele sind seelische Funktionsausfälle und Wesensänderungen im Rahmen von Schlaganfällen oder Hirnverletzungen.

In der Diagnostik werden neben der neuropsychologischen Untersuchung durch Psychologen oder Ärzte spezifische testpsychologische Verfahren angewendet. Neurologische Untersuchungsmethoden, wie Bildgebung durch MRT oder Computertomografie, Sonografie, Elektrophysiologie und Labordiagnostik, sind von besonderer Bedeutung. Dies kann in Abhängigkeit vom Einzelfall im neurologischen oder psychiatrischen Bereich unserer Klinik vorgenommen werden.

Die aus der Psychiatrie stammende milieu- und ressourcenorientierte rehabilitativ ausgerichtete Therapie wird durch entsprechende spezifische Fachpflege, Soziotherapie, Ergotherapie sowie angepasste psychotherapeutische Interventionen und unterstützende Medikamentenbehandlung umgesetzt; meist in unseren psychiatrischen Behandlungsbereichen.

Zu den zahlenmäßig stärksten Diagnosegruppen im Jahr 2013 gehörten:

  • Demenz und andere Gedächtnisstörungen
  • Wesensänderung (zum Beispiel epileptisch begründet)
  • Suchtfolgeerkrankungen
  • Organische Psychosen, z. B. affektiver Art.

Auch die sogenannten seelischen Erkrankungen wie z. B. Depressionen und Psychosen haben, wie wir heute wissen, neurobiologische Grundlagen und beeinflussen ihrerseits Stoffwechsel und Strukturen im Gehirn. Diese Veränderungen lassen sich unter anderem neuropsychologisch erfassen und zum Teil auch gezielt behandeln. Bis vor wenigen Jahren galt noch die Lehrmeinung, die Nervenzellverbindungen im Gehirn seien bereits in der frühen Kindheit festgelegt und unabänderlich. Inzwischen weiß man jedoch, dass diese Strukturen ständig umgebaut und an die aktuellen Erfordernisse angepasst werden.

In den letzten Jahren wurde deutlicher, dass auch körperliche Vorgänge wie die hormonelle Steuerung und die Infektionsabwehr durch Hirnfunktionen gesteuert werden, d. h., die Gesundheit des gesamten Körpers zentral balanciert wird. Umgekehrt beeinflussen Stoffwechselabläufe des Körpers auch Hirnfunktionen und führen zu Enzephalopathien, sobald der Stoffwechsel stark aus der Balance gerät. Für so genannte psychosomatische Erkrankungen ist mittlerweile bekannt, dass die ihnen oft zugrunde liegenden seelischen Verletzungen neurobiologische Veränderungen bewirken. Auf dieser Grundlage ist damit auch vorstellbar, wie Psychotherapie Netzwerke von Nervenzellen im Gehirn und somit letztlich den gesamten Organismus positiv beeinflussen können.

Heutzutage kann festgestellt werden, dass sich psychodynamische und verhaltensmedizinische Krankheitsmodelle, die Sozialpsychiatrie und Vorstellungen der neurobiologischen Psychiatrie nicht ausschließen, sondern sich gegenseitig ergänzen.

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